
Wie der Branchenverband BITKOM nun berichtet, werden die Preise für die Handynutzung im ausland erneut sinken – ab dem 1. Juli 2010 sinken die Preisgrenzen für Roaming, so dass abgehende Anrufe maximal 46 Cent kosten dürfen und ankommende Gespräche bis zu 18 Cent inklusive Mehrwertsteuer. Im Sommer 2010 soll dann eine weitere Preissenkung erfolgen.
Derzeit ist es so, dass abgehende Anrufe im Ausland höchstens 51 Cent pro Minute kosten dürfen und ankommende Gespräche maximal 23 Cent (inklusive 19 Prozent Mehrwertsteuer). Dabei sind die Roaming-Preise in den letzten Jahren schon deutlich gesunken, was unter anderem den speziellen Reiseangeboten vieler Netzbetreiber, aber natürlich auch der neuen EU-Regelung zu verdanken ist.
Bei den SMS gilt: Der Versand von Kurzmitteilungen aus dem Ausland darf maximal 13 Cent kosten, inklusive 19 Prozent Mehrwertsteuer. Auch beim Daten-Roaming hat die EU ihre Hände im Spiel, hier gibt es jedoch keine festen Preislimits für die Endverbraucher, sondern die Entgelte, die sich die Netzbetreiber verschiedener Länder gegenseitig in Rechnung stellen, werden reguliert. Zum jetzigen Zeitpunkt ist es so, dass die Anbieter untereinander nicht mehr als einen Euro pro Megabyte für den Datentransfer berechnen dürfen. Diese Obergrenze soll allerdings noch in diesem Jahr schrittweise auf 80 Cent pro Megabyte und im nächsten Jahr dann auf 50 Cent pro Megabyte herab gesenkt werden.
Der BITKOM gibt Tipps, wie Handynutzer international preiswert telefonieren können und was sie auf Reisen beachten sollten:
1. Tarife und Handy-Einstellungen prüfen
Bei den meisten Mobilfunk-Anbietern sind die Roaming-Konditionen recht übersichtlich. Üblich sind einheitliche Tarifmodelle für ganze Ländergruppen. Die Kunden müssen sich also nicht bei jedem Grenzübertritt auf andere Minutenpreise einstellen. Dabei kooperieren viele Anbieter mit ausländischen Partnernetzen, in denen die Tarife vergleichsweise niedrig sind. In diesem Fall lohnt es sich, die automatische Netzwahl im Handy abzuschalten und das Partnernetz per manueller Voreinstellung zu bestimmen. Innerhalb der EU gelten ohnehin die oben genannten Preisgrenzen für abgehende und ankommende Gespräche. Weitere Details können die Nutzer auf der Internet-Seite ihres Anbieters oder bei der Service-Hotline erfahren. Der Kundendienst kann auch prüfen, ob die Mobilfunkkarte für Gespräche im Ausland frei geschaltet ist. Bei Prepaid-Karten von Discountern kann es Einschränkungen geben.
2. Spezielle Auslands-Angebote nutzen
Immer mehr Anbieter haben spezielle Angebote oder Optionen für das Telefonieren im Ausland. Je nach Tarifmodell sind diese für Geschäfts- und/oder Urlaubsreisende geeignet. Sie sind teils mit einer zusätzlichen Grundgebühr verbunden, bieten dafür aber besonders niedrige Minutenpreise. Das lohnt sich spätestens dann, wenn man häufiger zu Hause anruft oder geschäftlich erreichbar bleiben muss.
3. Über Datentarife informieren
Ein großer Teil der Nutzer surft in Deutschland bereits mit Flatrates oder Volumentarifen mobil im Internet. Diese Pauschalen gelten aber in der Regel nur im Inland. Damit das Abrufen von E-Mails oder das Surfen im Web nicht die Urlaubskasse sprengt, sollten sich Mobilfunk-Kunden vor Reisebeginn informieren. Auch für das Daten-Roaming haben immer mehr Netzbetreiber und Provider günstige Angebote, zum Beispiel in Form von Tages-Flatrates. Wer auf das mobile Surfen im Ausland verzichten will, sollte prüfen, ob er das Daten-Roaming am Handy abstellen kann. So lassen sich unliebsame Überraschungen, etwa durch eine automatischen Abruf von E-Mails, vermeiden.
4. Alternativen abwägen
Eine Alternative für Langzeit-Urlauber können ausländische Prepaid-Karten sein – oder Mobilfunkkarten spezieller Reise-Discount-Anbieter. Nachteil: Bei diesen Karten bekommt man eine neue Nummer, die man Freunden und Bekannten erst mitteilen muss. Auch sind manche deutsche Prepaid-Handys für Karten anderer Anbieter gesperrt. Weniger komfortabel als das eigene Handy, aber günstig sind auch so genannte Calling Cards. Dabei kaufen Reisende ein Guthaben, das sie etwa von öffentlichen Telefonzellen aus nutzen können. Wer im Hotel einen drahtlosen Internet-Zugang hat, kann damit eventuell günstig oder gratis im Web surfen oder E-Mails abrufen und über einen Laptop oder ein WLANfähiges Handy telefonieren, wenn das Gerät Gespräche per Internet unterstützt. Die nötigen Programme sind für die meisten Laptops und immer mehr Smartphones verfügbar.
5. Technische Voraussetzungen klären
In 220 Ländern gibt es Mobilfunknetze nach dem europäischen GSM-Standard. Die hier verbreiteten Dualband-Handys funktionieren daher vielerorts in Asien, Afrika, Australien und auf den pazifischen Inseln. Einschränkungen gibt es in Japan, Südkorea, Nord- und Südamerika sowie auf einigen Karibik-Inseln. Dort gibt es teils andere Frequenzen oder Mobilfunk-Standards. Am besten die Hotline fragen, ob sich das eigene Handy am Reiseziel ins Netz einbucht. Falls nicht: Manche Anbieter vermieten geeignete Telefone für Urlaub oder Geschäftsreise. Falls ohnehin ein Handy-Kauf ansteht, ist für Amerika-Reisende ein Tri- oder Quadband-Gerät erste Wahl. Das funktioniert in den USA und Kanada – zumindest dort, wo ein GSM-Netz vorhanden ist. Mit modernen UMTS-Handys lässt sich zusätzlich auch in Japan und Korea telefonieren. Informationen zur Netzabdeckung und ausländischen Anbietern gibt es unter: www.gsmworld.com/… (englisch).
6. Nummern im internationalen Format speichern
Im Handy-Adressbuch werden Telefonnummern am besten im internationalen Format gespeichert. Das "+" ersetzt dabei die aus dem Festnetz gewohnte 00 für Auslandsgespräche. Es lässt sich bei allen Mobiltelefonen durch längeres Drücken der '0' eingeben. Dann folgt der Länder-Code. Deutsche Anschlüsse beginnen zum Beispiel mit +49. Anschließend werden die Ortsvorwahl ohne 0 und die Rufnummer eingegeben. So lassen sich die Nummern auch vom Ausland aus problemlos anrufen. Im Übrigen: Der Notruf 112 funktioniert mit allen Handys innerhalb der EU und in der Schweiz.